Sonntag, 17. September 2017

Vitamin C - ohne Bedeutung für Kaninchen?

Vor etwa 25 Millionen Jahren führte eine Genmutation bei einigen Säugetierarten zum Verlust der Fähigkeit, im Körper selbst Vitamin C (Ascorbinsäure) zu synthetisieren. Dazu gehören z. B. Meerschweinchen, Menschen und Primaten. Vitamin C  ist wasserlöslich, weshalb es bei der Lagerung von Nahrungs- und Futtermitteln in einem bestimmten  Maß verloren geht.

Kaninchen können das Vitamin in der Leber aus Glukose selbst produzieren.  Es ist an der Biosynthese von Kollagen und Carnitin beteiligt und stimuliert die phagozytische Aktivität von Leukozyten. Leukozyten sind weiße Blutkörperchen, die zum körpereigenen Immunsystem gehören und unter anderem an der Erkennung körpereigener und körperfremder Strukturen beteiligt sind. Sie bilden Antikörper und sind für die Phagozytose  von Krankheitserregern und körpereigenen Abbauprodukte verantwortlich. Die Gruppe der Phagozyten sind spezielle weiße Blutkörperchen, die Fremdkörper erkennen, umschließen und verdauen, weshalb sie auch als „Fresszellen“ bezeichnet werden. Eine zweite Gruppe der weißen Blutkörperchen bilden die Lymphozyten.  Deren Hauptaufgabe besteht in der gezielten Abwehr von  Infektionserregern und veränderten, körpereigenen Zellen wie Krebszellen (Tumorzellen). Eine weitere Aufgabe von Vitamin C besteht in dem Schutz von Vitamin E vor Oxidation. 

Untersuchungen zeigten, dass ungünstige Bedingungen wie heißes Wetter, Stress, die Entwöhnung junger Tiere sowie subklinische Erkrankungen die Synthese von Ascorbinsäure aus Glukose behindern, so dass dem Körper weniger Vitamin C zur Verfügung steht (Mateos, et al. (2010). Unter subklinischen Erkrankungen werden solche verstanden, die einen leichten Verlauf zeigen, klinisch nicht oder nur schwer erkennbar sind und für die keine klinische Behandlung notwendig ist.

Die frühere Bezeichnung von Vitamin C als „antiskorbutisches Vitamin“ geht auf die Krankheit „Skorbut“ zurück, die durch einen langfristigen Mangel an diesem Vitamin hervorgerufen wird. Als Folge können z. B. Zähne im Kiefer locker werden und ausfallen.

In Bezug auf die Ernährung des Menschen wie auch von Kaninchen wird immer wieder betont, dass Gemüse eine wichtige Rolle spiele, weil es so viele Vitamine enthalten würde. In dem folgenden Diagramm sind verschiedene, mögliche Futtermittel für Kaninchen aufgeführt. Für die Daten von „Gemüse“ wurde ein  Mittelwert aus Möhre, Pastinake, Sellerie, Gurke, Brokkoli, Chicorée, Feldsalat, Grünkohl und Kopfsalat gebildet. Diese einheimischen Produkte sind in der Ernährung von Kaninchen weit verbreitet, weil sie recht einfach in Supermärkten zu beschaffen sind. Die Einzelwerte stammen aus Souci (2008). Die Werte für „Kleeheu“ und „Weidegras“ wurden dem Lehrbuch von Nehring (1972) entnommen. Für Weidegras wird von K. Nehring eine Spanne von 2.000-3.000 mg/kg TS angegeben, ich habe daraus einen mittleren Wert von 2.500 mg/kg TS angenommen. Weiterhin habe ich eine Empfehlung aufgnommen, die ein Gemisch von 75% Heu und 25% Gemüse als gut und ausreichend für Kaninchen erachtet. Als ein weiterer Wert wird das Verhältnis 50/50 Heu und Gemüse dargestellt. 

Bild 1: Gehalte von Vitamin C in verschiedenen Futtermitteln
100% eines Futtermittel bedeuten in dem Diagramm, dass ein Kaninchen ausschließlich damit gefüttert wird. Ernährt man ein Kaninchen nur mit Weidegras, würde es damit im Vergleich zur alleinigen Verfütterung von Heu die 42fache Menge von Vitamin C aufnehmen und im Vergleich zum ausgewählten Gemisch von Gemüse das Dreifache. Wahrscheinlicher und oft empfohlen wäre aber eine Mischung aus Heu (75%) und Gemüse (25%). Im Vergleich zu diesem "Futter" würden Kaninchen mit Weidegras das Sechsfache der Vitamin-C-Menge aufnehmen.

Für den nutritiven Zweck, also dem der Versorgung des Körpers mit der nötigen Menge an Ascorbinsäure für verschiedene Körperfunktionen wird angenommen, dass die körpereigene Biosynthese das Kaninchen mit einer ausreichenden Menge versorgt, wenn nicht ungünstige Bedingungen diese einschränken. Es gibt aber noch einen (oder mehrere) Aspekte, der in Verbindung mit Vitamin C eine Rolle spielen kann.

Die Natur hat für das Kaninchen eine Nahrung vorgesehen, die in dem angeführten Maß (am Beispiel von Weidegras) einen sehr hohen Gehalt an Ascorbinsäure enthält. Weiterer Aspekte in der Nahrung sind ein hoher Gehalt an Calcium sowie ein pH-Wert des Urins von Kaninchen, der je nach Quelle, basisch ist, wobei es Schwankungen in einem Bereich von 5-9 (Median 8-8,5, je nach Prüfmethode) bei Hauskaninchen geben kann (Binder, 2011). Der relativ hohe (basische) pH-Wert begünstigt ein Ausfällen von Calciumverbindungen, insbesondere solcher, die aus Calcium und Phosphat bestehen.

Ein Grund, warum ich immer wieder darauf verweise, Kaninchen mit frischen Pflanzen von Wiesen zu versorgen, besteht in dem hohen Ascorbinsäuregehalt dieser Nahrung: er säuert den Urin auf natürliche Weise an. Bisher ist (mir) nicht bekannt, wie groß dieser Effekt ist, weil es darüber keine Untersuchungen gibt. Von Harris, et al. (1956) wurde aber nachgewiesen, dass mit steigender Zufuhr von Vitamin C über die Nahrung auch die ausgeschiedene, überschüssige Menge zunimmt. Somit ist auch der Urin weniger basisch. Im Humanbereich wird Vitamin C therapeutisch bei Harnwegserkrankungen mit Steinbildungen eingesetzt, die auf Grund eines zu basischen Milieus entstehen.

Es gibt in diesem Zusammenhang noch einen weiteren Grund, frische Grünpflanzen für Kaninchen zu empfehlen. Die schwefelhaltige Aminosäure "Methionin" ist ebenfalls geeignet, den Urin auf natürliche Weise anzusäuern. Dazu folgen in einem anderen Artikel mehr Informationen.

Abschließend zur Frage, ob Vitamin C in der Nahrung für Kaninchen keine Rolle spiele, weil es vom Körper selbst hergestellt werden kann - dagegen sprechen mehrere Gründe:
  • die Biosynthese im Körper ist vom Gesundheitsstatus eines Tieres abhängig
  • die natürliche Nahrung des Wildkaninchens verfügt über einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C
  • es ist fraglich, ob die Biosynthese in Hauskaninchen bei einer, im Vergleich zu der des Wildkaninchens defizitären Nahrung allein ausreicht, den Gehalt zu liefern, wie er Wildkaninchen  über die natürliche Nahrung zur Verfügung steht.
Auch ohne einen eindeutigen Beleg aus einer wissenschaftlichen Untersuchung stellt für mich Vitamin C also eine wichtige Komponente in der Nahrung für Kaninchen dar, weil unabhängig von der Fähigkeit der Synthese im Körper ein Defizit im Futter von Hauskaninchen Harnwegserkrankungen begünstigen kann. Außerdem stellt es eine wichtige Komponente im Immunsystem dar.

Von einer Supplementierung mit Vitamin-C-Präparaten würde ich abraten. Vitamine (wie auch andere Nahrungsstoffe) sollten immer in natürlicher Form (mit der Nahrung) zugeführt werden.

Quellen:
  • Binder, N. (2011): Referenzbereiche für Urinparameter bei Kaninchen und Meerschweinchen. LMU: München. Dissertation
  • Chatterjeee, I. B.; Majumder, A. K.; Nandi, B. K.; Subramanian, N. Synthesis and some major functions of vitamin C in animals. Annals of the New York Academy of Sciences 258.1: 24-47
  • Harris, L. J.; Constable, B. J.; Howard, A. N.; Leader, A. (1956): Vitamin C economy of rabbits. Brit. J. Nutrition 10: 373-382
  • Mateos, G. G.; Rebollar, P. G.; de Blas, C. (2010): Minerals, Vitamins and Additives. In: de Blas, C.; Wiseman, J. (Hrsg): Nutrition of the Rabbit, 2nd Edition. ISBN: 978-1-84593-669-3. S. 119-150
  • Nehring, K. (1972): Lehrbuch der Tierernährung und Futtermittelkunde. 9. neubearb. u. erw. Aufl. Radebeul, Berlin: Neumann
  • Souci, S. W. (2000): Die Zusammensetzung der Lebensmittel. Stuttgart: Medpharm Scientific Publ. ISBN 3-88763-076-9
  • Tuchscherer, M.; Manteuffel, G. (2000): Die Wirkung von psychischem Stress auf das Immunsystem. Ein weiterer Grund für tiergerechte Haltung (Übersichtsreferat). Arch. Tierz., Dummerstorf 43.6. 547-560.

Samstag, 9. September 2017

Gemüse - eine gute Alternative?

Einleitung

Kaninchen werden als „Herbivore“ bzw. Pflanzenfresser bezeichnet. Entsprechend ihrer Nahrung, dem Lebensraum und den Lebensgewohnheiten verfügen sie über eine bestimmte Körpergröße, ein spezielles Verdauungssystem und Gebiss. Aus diesem Grund fressen sie auch nicht wahllos alles, was pflanzlich ist, sondern bevorzugen die Blätter von Gräsern und Kräutern. In der Fortpflanzungszeit werden zusätzlich Samen von Pflanzen aufgenommen und im Winter weichen sie auch auf Rinden und Wurzeln aus. In manchen Gebieten fressen sie auch Pilze. Weil sie vorwiegend Blätter fressen, nennt man sie auch „Folivore“. Der Darm des Kaninchens ist mit ca. 4,5 m sehr lang – ungefähr 10mal so lang wie der Körper. Außerdem verfügt es über einen ungewöhnlich großen Blinddarm, in dem Bakterien leben, die schwerverdauliche Kohlenhydrate wie Cellulose und Hemicellulose "verarbeiten". Die Abbauprodukte stehen vorrangig als Fettsäuren für die Energieversorgung des Organismus zur Verfügung.

Bild 1: Schematischer Aufbau des Verdauungstraktes verschiedener Säugetiere
Um zu verstehen, welches Futter für Kaninchen geeignet sein könnte und welches eher nicht, bedarf es einiger grundlegender Betrachtungen. Dazu gehört auch die Analyse von Futtermitteln, die ein Kaninchen ernähren sollen.

Futtermittelanalyse

Bis heute werden in Deutschland Gehalte von Inhaltsstoffen in Futtermitteln angegeben, die mit Hilfe der "Weende-Futtermittelanalyse" aus dem 19. Jahrhundert ermittelt wurden. Die Methodik von Henneberg & Stohmann (1860, 1864) wurde an der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Weende, einem Stadtteil von Göttingen, für die Analyse von Futterpflanzen entwickelt. Die Werte der Weende-Analyse werden in der Futtermittelkunde üblicherweise mit „Rohnährstoffe“ bezeichnet. Das „Roh“ steht dabei für die Angabe von Stoffgruppen, also nicht einzelnen Nährstoffen. In diesem Beitrag werde ich mich auf das beschränken, was in dieser Methode als "Rohfaser" erfasst und als "Stickstofffreie Extraktstoffe" errechnet wird und warum die Werte für verschiedene Futtermittel wenig Sinn machen.

Als Rohfaser (Rfa) wird der in Säuren und Laugen unlösliche fett-, stickstoff- und aschefreie Rückstand der Trockensubstanz (TS) bezeichnet. Die „Rohfaser“ ist somit eine Stoffgruppe, welche Cellulose, Lignin, Pentosane usw. enthält. Da ein Teil dieser Stoffe aber in Lösung geht, werden diese auch mit der Gruppe der Stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) erfasst. Die Rohfaser ist also kein definierter Wert für einen Nährstoff oder eine Nährstoffgruppe und enthält in der Regel immer nur einen Teil der Gerüstsubstanzen/Zellwand. Es gibt Ausnahmen wie Gemüse, wie später noch gezeigt wird. Die NfE werden nicht analysiert sondern ergeben sich rechnerisch nach dem Abzug der Gehalte von Rohasche, Rohprotein, Rohfett und Rohfaser von der Trockensubstanz. Die NfE enthalten theoretisch die leichter verdaulichen Kohlenhydrate.

Es gibt unzählige Werte für die Gehalte von Rohnährstoffen, die mittels der Weende-Analyse ermittelt wurden und jeder "Experte" nimmt sich die Deklaration eines Futtermittels vor, wenn er es nach seinem Nutzen beurteilen soll. Dabei war eigentlich schon mit der Etablierung dieser Analysemethode klar, dass sie entscheidende Schwächen aufwies: die Kohlenhydrate als sehr wichtige Bestandteile der Ernährung wurden nicht erfasst und die NfE werden rechnerisch ermittelt. Für Kaninchen ist das eigentlich sehr schlecht, denn ihr Verdauungssystem ist auf ein abgestimmtes Verhältnis von unverdaulichen, schwer verdaulichen und komplett verdaulichen Kohlenhydraten angewiesen. In dem sehr großen Blinddarm leben verschiedene Bakterien, die auf den Celluloseabbau spezialisiert sind. Die komplett verdaulichen Kohlenhydrate dagegen werden überwiegend im Dünndarm verwertet, der sich anatomisch vor dem Blinddarm befindet. Das heißt, leicht bzw. komplett verdauliche Kohlenhydrate gelangen gar nicht in den Blinddarm bzw. nur zu einem geringen Teil. Daraus folgt, dass die Bakterien, die Cellulose abbauen, im Blinddarm in der Überzahl sind, während Bakterien, die sich von leicht verdaulichen Kohlenhydraten ernähren, nur in geringer Zahl vorkommen. Zu diesen gehören z. B. "Clostridium perfringens" und "Escherichia coli", die an Darmerkrankungen beteiligt sind oder solche auslösen. Eine Übersicht zu Bakterien des Kaninchens und den Substraten, von denen sie sich ernähren, findet sich in Rühle (2017).

Ende der 1960er Jahre entwickelte der amerikanische Wissenschaftler Peter J. Van Soest (1967) eine Methode, mit der die Kohlenhydrate getrennt erfasst werden können. In neuerer Zeit gibt es verschiedene Interpretationen bzw. Weiterentwicklungen der ursprünglichen Analysemethode, ich beschränke mich hier auf das Wesentliche. Die Methode nach Van Soest trennt Kohlenhydrate in die „Neutrale Detergenzfaser“ (neutral detergent fibre = NDF) und „Nichtfaser-Kohlenhydrate“ (non fibre carbohydrats = NFC). Ein anderer Begriff dafür ist "Total dietary fibre" und meint alle "wasserlöslichen Nicht-Stärke-Polysaccharide". NDF enthält Lignin, Cellulose sowie Hemicellulose und liefert somit den schwer- und unverdaulichen, NFC den gut bis komplett verdaulichen Anteil an Kohlenhydraten. Lösliche Kohlenhydrate können bis zu Einfachzuckern abgebaut werden, die über die Darmwand und das Blut den jeweiligen Organen zugeführt werden. Das Lignin, welches in der „Rohfaser“ enthalten ist, gehört nicht zu den Kohlenhydraten und wird nach Van Soest als ADL (acid detergent lignin) erfasst. Das folgende Diagramm versucht, die Unterschiede zwischen dem, was der deutsche Kunde aus der Deklaration erfährt mit dem zu vergleichen, was die Analysemethode nach Van Soest liefert.

Bild 2: Vergleich von Weende- und Van Soest-Analyse am Beispiel von frischer Luzerne in g/kg Trockensubstanz

Das Diagramm zeigt typische Analysewerte für frische Luzerne. Auf der linken Seite sind die Werte dargestellt, wie sie auch in der "Deklaration" eines Futters angegeben werden, rechts die Werte nach der Methode von Van Soest. Der Gehalt von Rohasche beträgt 110 g/kg TS, Rohprotein 213 g/kg und Rohfett 30 g/kg TS. Bis hier sind die Werte in den beiden Methoden gleich, der Unterschied ergibt sich bei der Auftrennung der Stickstofffreien Extraktstoffe (390 g/kg TS) und Rohfaser (257 g/kg TS) der Weende Analyse. Auf der rechten Seite sieht man nun die Phenolgruppe "ADL" sowie die Kohlenhydratgruppen "Cellulose", "Hemicellulose" und "NFC". Man sieht in dem Vergleich sehr schön, dass offensichtlich einige Kohlenhydrate, die für celluloseabbauende Bakterien wichtig sind, in der Weende-Analyse mit den Stickstofffreien Extraktstoffen erfasst werden. Die Rohfaser dagegen gibt ADL, also Lignin sowie einen Teil der Cellulose wieder, wobei Lignin komplett unverdaulich ist, also auch nicht von Darmbakterien verwertet werden kann.

Viele kennen sicher die Aussage, dass die Rohfaser sehr wichtig für die Verdauung von Kaninchen ist. Damit ist eigentlich ein unverdaulicher und schwerverdaulicher Teil der Nahrung gemeint, der im Blinddarm von Bakterien verwertet wird. Im Fall der Hemicellulose der frischen Luzerne trifft das jedoch nicht zu, denn sie geht offensichtlich in die Gruppe der NfE ein. Das heißt, dass mit der Rohfaser eine Aussage über deren stoffliche Verwertung eigentlich keine Aussage getroffen werden kann.

Vergleich von Futtermitteln mittels Van Soest-Analysewerten

Bisher wurde die erweiterte Weende-Analyse nach van Soest nur am Beispiel eines Futtermittels demonstriert, nämlich dem der frischen Luzerne. Dabei muss noch bedacht werden, dass Analysewerte gewöhnlich von Pflanzenbeständen gewonnen werden, das heißt, es werden Stängel und Blätter eines jeweiligen Wuchsstadiums analysiert. Tatsächlich fressen Kaninchen aber eigentlich bevorzugt nur die Blätter

Das folgende Diagramm zeigt verschiedene Futtermittel mit den Analysewerten nach Van Soest, also der erweiterten Weende-Analyse mit der Auftrennung der Rohfaser und Stickstofffreien Extraktstoffe in Lignin (ADL) und die jeweiligen Kohlenhydrate Cellulose, Hemicellulose und NFC als komplett verdauliche Kohlenhydrate. Letztere werden, wie bereits beschrieben, im Dünndarm durch Enzyme aufgespalten, Cellulose und Hemicellulose dagegen im Blinddarm durch Bakterien verwertet. Als Vergleich habe ich neben den kumulativen Balken der Van Soest-Analyse in dunkel- und hellgrün noch einmal die Werte der WeendeAnalyse für Rohfaser und NfE dazugestellt. Detailierte Angaben und Quellen für die Werte können meinem Buch "Das Kaninchen - Nahrung und Gesundheit" (2017) entnommen werden.

Bild 3: Vergleich verschiedener Futtermittel


Zunächst einige grundlegende Erklärungen:
  • es wurde Luzerne als Beispiel für frisches Grün und Heu genutzt, weil dafür Werte verfügbar sind, die einen Unterschied verdeutlichen sollen
  • für Gemüse wurde ein Gemisch zu jeweils gleichen Teilen (Mittelwert) aus den Knollen (Wurzeln) von Kohlrabi, Möhre und Sellerie gewählt
  • Apfel wurde beispielhaft ausgewält, weil Obst in verschiedenen Fütterungsempfehlungen eine Rolle spielt
  • alle Werte beziehen sich auf die Trockensubstanz, um sie vergleichen zu können. Mögliche Verzehrmengen können sich also auf Grund des Wassergehaltes unterscheiden.
Betrachtet man die verschiedenen Nährstoffgruppen, lässt sich folgendes feststellen:
  • die "Rohfaser" stimmt mit keinem Werte der Van-Soest-Analyse überein 
  • im Fall der Luzerne enthält die "Rohfaser" Lignin (ADL) und zum Teil Cellulose
  • im Fall des Gemüses enthält die "Rohfaser" die komplette „Neutrale Detergenzfaser“ (neutral detergent fibre = NDF)
  • im Fall des Apfels enthält die "Rohfaser" Lignin (ADL) und Cellulose
  • für die NfE in Luzerne lässt sich folgern, dass die Verdaulichkeit überschätzt werden kann, weil sie Cellulose und Hemicellulose enthält
  • in Gemüse entspricht der Gehalt an NfE dem der NFC
  • in Apfel enthält NfE auch Hemicellulose.
Als Unterschied zwischen den Futtermitteln lässt sich u. a. folgendes feststellen:
  • der Rohfasergehalt in Luzerne folgt dem Trend der NDF, ohne mit ihr übereinzustimmen, was aber für Gemüse nicht der Fall ist,
  • prinzipiell ist der Gehalt an Lignin, Cellulose und Hemicellulose (NDF) in Luzerne (frisch, Heu und Heublatt) deutlich höher als in Gemüse: in frischer Luzerne ist der Gehalt an Lignin doppelt so hoch, der von Cellulose und Hemicellulose beträgt in Luzerne ungefähr das 2,6fache des Gehaltes in Gemüse,
  • im Vergleich beträgt der NFC-Gehalt in Gemüse das Doppelte des Gehaltes in frischer Luzerne.
Somit lässt sich konstatieren, dass im Vergleich zur arttypischen Nahrung (Gräser, Kräuter) der Gehalt an un- bzw. schwerverdaulichen Pflanzenfasern viel zu gering ist und der von leicht verdaulichen Kohlenhydraten, die bis zu Einfachzuckern abgebaut werden viel zu hoch - es kommen also zwei negative Aspekte zusammen. Das bedeutet, dass bei Verfütterung größerer Mengen Gemüse die Bakterien im Blinddarm, die Pflanzenfasern abbauen "verhungern" und pathogene Bakterien wie E. coli und Clostridium perfringens sich stärker vermehren können. Einerseits bekommen sie viel "Nahrung" in Form von leicht verdaulichen Kohlenhydraten, andererseits fehlen nun die Bakterien, die dieses Wachstum verhindern könnten. Mögliche Folgen sind Darmgeräusche (Gluckern), Durchfälle, die Ansiedelung von Hefen, Blähungen (weil Bakterien wie Clostridien und E. coli Gase bilden) sowie Darmentzündungen.

Bild 4: Knollengemüse mit Grün - Die Knollen bzw. Wurzeln sollten nur sparsam gefüttert werden. Die grünen Teile des Gemüses sind für Kaninchen besser geeignet


Eine Möglichkeit, den Gehalt an schwer- und unverdaulichen Fasern auszugleichen, wäre die Verfütterung von Heu und das wird auch von vielen so empfohlen. Allerdings ist damit ein Nährstoffdefizit vor allem an Vitaminen, Fett- und Aminsäuren usw. vorprogrammiert. Näher erläutert werden diese Defizite mit möglichen Folgen für die Gesundheit in meinem Buch "Das Kaninchen - Nahrung und Gesundheit" (2017).

Ein weiterer Nachteil von Gemüse ist das Fehlen abrasiver Stoffe (Phytolite), wie sie in Gräsern und Kräutern natürlicherweise vorkommen und die für einen nötigen Zahnabrieb sorgen.

Quellen:
  • Henneberg, W. und Stohmann, F. 1860. Beiträge zur Begründung einer rationellen Fütterung der Wiederkäuer. Das Erhaltungsfutter volljährigen Rindviehes und über Fütterung mit Rübenmelasse. Braunschweig : Schwetschke & Sohn, 1860. Heft 1.
  • Henneberg, W. und Stohmann, F. 1864. Beiträge zur Begründung einer rationellen Fütterung der Wiederkäuer. Über die Ausnutzung der Futterstoffe durch das volljährige Rind und über Fleischbildung im Körper desselben. Braunschweig : Schwetschke und Sohn, 1864. Bd. 2.
  • Van Soest, P. J. 1967. Development of a Comprehensive System of Feed Analyses and its Application to Forages. J. Anim. Sci. 1967, 26, S. 119-128.
  • Van Soest, P. J. (1982): Nutritional Ecology of the Ruminant. Corvallis, Oregon: 0 and B Books Inc

Sonntag, 3. September 2017

Getreide für Kaninchen - Fluch oder Segen?

"Die Kaninchen haben auch große Vorliebe für reifes Getreide. Ob es sich um Roggen, Hafer oder Weizen handelt, ist gleichgültig, solange keine Auswahl zwischen diesen Getreidearten besteht. Ist die letztere vorhanden, so wird Hafer bevorzugt. Sie erklettern die zusammengestellten Garben (Hocken) und äsen die Körner aus den Ähren. Flink und gewandt, wie Eichhörnchen, erklimmen sie die Hocken und geben sich dem Genuß des Äsens hin. Oft bleiben sie auch über Tage unter diesen Hocken sitzen, um abends möglichst bequem dieser beliebten Äsung wieder nachgehen zu können. Solange noch das Getreide auf den Halmen steht, beißen sie diese in großen Mengen ab, um zu den Körnern zu kommen. Das gleiche tun sie bei Flächen, auf denen Grassamen gezogen wird. Lassen sich die Rispen durch Aufrichten auf den Hinterläufen erreichen, so wird diese Art bevorzugt. Auf reifen Grasflächen kann man die Kaninchen in dauernd lautloser Bewegung nach oben und unten sehen. Oben wird der Samen abgebissen, unten gemümmelt."

Soweit eine Beschreibung der Vorliebe von Wildkaninchen für bestimmte Pflanzenteile, die uns Privatforstmeister Max Lincke 1943 hinterließ. Im Laufe ihrer Domestikation wurden Kaninchen auch mit Getreide in den verschiedensten Formen gefüttert: als Kleie, Schrot, Flocken oder eben als ganze Körner. In armen Regionen oder Kriegszeiten wurde dieses Futter rationierter (oder gar nicht) gegeben, weil es zu teuer war, um es an Tiere zu verfüttern. In früheren Zeiten galten bestimmte Getreidesorten wie Hafer oder Gerste sogar als Heilpflanzen und wurden sowohl äußerlich als auch innerlich für verschiedene Wehwehchen oder zur Unterstützung genutzt. In der modernen westlichen Welt sind solche Anwendungen kaum noch bekannt, es sei denn, jemand beschäftigt sich explizit damit wie z. B. Barbara Joos in ihrer Diplomarbeit (2010).

Die verschiedenen Getreidesorten wie wie Weizen, Roggen,Hafer und Gerste gehören zu den Süßgräsern (Poaceae) und wurden gezüchtet, um ihren Ertrag zu steigern. Der Gebrauch von Wildgetreide ist seit über 32.000 Jahren belegt, in Europa seit ca. 7.000 Jahren. Erste kultivierte Sorten waren z. B. Emmer und Einkorn. Die Urform des Hafers findet sich natürlich auch heute noch in der Natur, ebenso wie andere Rispengräser, die nicht kultiviert wurden. Weit verbreitet ist z. B. das Wiesen-Rispengras, dessen Körner auch von Hauskaninchen gern gefressen werden.

Bild 1: Samen von Wiesen-Rispengras werden auf der Wiese auch von Hauskaninchen sehr gern gefressen
In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Zuge der Entwicklung von industriellen Futtermitteln unglaublich viele Untersuchungen zum Stärkegehalt in diesen durchgeführt, um den optimalen Gehalt zu ermitteln. Hauptsächlich soll es Energielieferant dienen, obwohl Fett eigentlich besser geeignet wäre, weil es den 2,3fachen Gehalt an Energie im Vergleich zu Stärke freisetzt. Wie bei allem in der Ernährung ist letztlich die Dosis, die entscheidet, ob etwas nützlich oder schädlich ist. Im Fall von Stärke ist es aber eher deren Verhältnis zur "Rohfaser" und dem Problem, dass alle Tiere das gleiche fressen müssen, ob nun der Organismus dafür gemacht ist oder nicht.

Stärke ist ein Polysaccharid (Mehrfachzucker) und gehört zu den löslichen Kohlenhydraten, welche im Dünndarm verdaut werden. Die Verdauung beginnt aber eigentlich bereits im Maul durch das Enzym "Amylase", welches aus der Bauchspeicheldrüse stammt. Durch die "Zerlegung" der Stärke entsteht Glukose (Traubenzucker), welches über die Darmwand in die Blutbahn gelangt und an die jeweiligen Zielorte transportiert wird. Mit Hilfe von Transportern passiert Glukose auch die Blut-Hirn-Schranke (BHS) und versorgt das Gehirn auf diese Weise mit Energie. 

Ist die "Dosis" an Stärke zu hoch, gelangen unverdaute Reste in den Blinddarm. Dort leben überwiegend Bakterien, die für die Verdauung von Cellulose (C) und Hemicellulose (HC) zuständig sind. Dabei handelt es sich um schwerverdauliche Pflanzenfassern. Für deren Verdauung fehlen dem Kaninchen die entsprechenden Enzyme (Cellulasen), weshalb Bakterien diese Aufgabe übernehmen. Durch ihre Arbeit entstehen u. a. flüchtige Fettsäuren, die dem Kaninchen zu einem gewissen Teil für die Energiegewinnung dienen. In geringerer Zahl leben im Blinddarm aber auch solche Bakterien, die sich von Stärke und Zucker ernähren. Verändert sich das Verhältnis in der Nahrung auffällig hin zu leicht verdaulichen Kohlenhydraten wie Stärke, vermehren sich die Bakterien, die sich davon ernähren stärker als jene, die von C und HC leben. Zu diesen gehören auch Escherichia coli (E. coli) und Clostridien, die "pathogen" sind (krankmachend). In diesem Fall spricht man davon, dass die Darmflora "kippt". Die eigentliche, überwiegende Bakterienkultur wird durch eine solche verdrängt, die eigentlich nur in geringem Maß vorhanden ist. Clostridien und E. coli werden zwar auch in geringer Anzahl bei Kaninchen gefunden, die mit frischem Grün von Wiesen ernährt werden, weil sie dort in natürlicher Wiese vorhanden sind und von Kaninchen aufgenommen werden. Das Immunsystem des Körpers erkennt sie als pathogen und schleust sie aus dem Körper aus. Ist aber das Immunsystem geschädigt oder die Anzahl der Bakterien nimmt auf die beschriebene Weise übermäßig zu, ist der Organismus irgendwann überfordert und wird krank. Das äußert sich zum Beispiel in Durchfällen und Blähungen, weil die Bakterien Gase und Toxine (Gifte) produzieren.

Wildkaninchen nehmen in der Natur die Samen von Süßgräsern, wie am Anfang aus Lincke (1943) zitiert, in ihrer natürlichen Form auf, also den gesamten Samen mit Spelzen und der Fruchtschale.

Bild2: Hafer mit Spelzen
Bild 3: Aufbau eines Getreidekorns (ohne Spelze)
Kaninchen nehmen Getreide in der Natur in der Regel mit Spelzen auf, in Strukturfuttermitteln fehlen die üblicherweise. In Pellets wird versucht, den Rohfasergehalt an den Bedarf anzupassen und vermutlich auch Spelzen eingesetzt werden. Bevorzugt werden Hafer und Gerste, weil diese erfahrungsgemäß den Kaninchen schmecken. Das heißt, bis auf die Spelzen bekommen Kaninchen mit einem Strukturfutter Getreide in einer Form, wie sie auch in der Natur zu finden ist und gefressen wird. Die Inhaltsstoffe von Futtermitteln werden (in Deutschland) mit den Werten der Weende-Analyse angegeben - einer Analysemethode aus dem 19. Jahrhundert. Im folgenden Diagramm sind beispielhaft Analysewerte von Haferkörnern im Vergleich zu Möhren dargestellt, die als beliebtes und akzeptiertes Futtermittel gelten. Die Stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) werden nicht deklariert und müssen errechnet werden (NfE=TS-Ra-Rfe-Rp-Rfa).

Diagramm 1: Werte der Rohnährstoffgruppen (Weende) für Haferkörner und Möhren, in g/kg TS
Die Möhre verfügt über deutlich höhere Werte für die Rohasche (Mineraliengehalt, Ra), während die Werte für Rohprotein (Rp), Rohfett (Rfe) und Rohfaser (Rfa) in Haferkörnern überwiegen. Die Werte für die Stickstofffreien Extraktstoffe dagegen sind in beiden Futtermitteln vergleichbar. In den NfE stecken u. a. solche Kohlenhydrate wie Zucker und Stärke, die der Energiegewinnung dienen. Hafer hat aber einen höheren Gehalt an Pflanzenfasern, weshalb er eigentlich besser für Kaninchen wäre. Den wirklichen Unterschied zwischen beiden Futtermitteln macht das Wasser: der Gehalt in der Möhre ist etwa achtmal höher. Das bedeutet, dass ein Kaninchen mit 20 g Hafer ungefähr den gleichen Gehalt an Rohnährstoffen aufnimmt wie mit 160 g Möhren. In Haferkörnern liegen die Nährstoffe also in konzentrierter Form vor, weshalb sie auch als "Kraftfutter" bezeichnet und genutzt werden. Das heißt, dass sie, wenn überhaupt, als Ergänzung zu einer Grundnahrung zu sehen sind.

Anfang/Mitte der 2000er Jahre errang der Artikel einer sehr bekannten Tierärztin höchste Aufmerksamkeit im Tierschutz. Der Text mit dem Titel "Der Unsinn mit den „Snacks“ für Kaninchen und Meerschweinchen" ist auch heute noch auf ihrer Webseite einsehbar (Stand 2.9.2017). Dort lässt sich folgendes nachlesen: "Nicht zum Nahrungsspektrum von Kaninchen in freier Wildbahn gehören hingegen Getreidekörner von Weizen, Roggen, Hafer, Gerste oder Mais, da diese Körner nur für eine kurze Periode verfügbar und dann in einer Höhe von ca. 1 Meter für die Kaninchen ohnehin gar nicht erreichbar sind. Nur wenn vom Wind verwehte Körner auf den Boden fallen, könnten Kaninchen überhaupt an dieses sehr stärkereiche, aber zellulosearme Futtermittel herankommen - dann allerdings zu einer Jahreszeit, in der dieses energiereiche Futter gar keinen Sinn machen würde, da erst kurz vor dem Winter eine entsprechende Energiereserve erforderlich ist. Ansonsten fressen Kaninchen in freier Natur keine Körner. [...] Weizen-, Hafer- und Maiskörner sind auf den Weltmärkten billige Futtermittel, die ansehnlich bearbeitet und attraktiv verpackt als Futter für Kaninchen und Meerschweinchen von der Futtermittelindustrie angeboten werden. [...] Grundsätzlich liegen die Argumente für das Körnerfutter auf Seiten des Tierhalters und nicht auf Seiten der Tiere. Diese Tatsache legt den Schluß nahe, dass für die Futtermittelindustrie geprüfte Kaufargumente von Kleintierbesitzern als potentielle Kunden im Vordergrund stehen und den tatsächlichen Bedürfnissen und Ernährungsgewohnheiten der "Endverbraucher", nämlich der Kaninchen und Meerschweinchen, nur sekundäre Bedeutung zukommt." (Drescher, 2017).

In einer Art "Rundumschlag" wurden Industriefutter und als Kollateralschaden Getreide als mögliche Kaninchennahrung gleich mit "verurteilt". Der Tierschutz griff diese Argumente aus rein ideologischen Gründen dankbar auf - ohne darüber nachzudenken oder die Argumente zu prüfen. Als ein weiterer Aspekt wurde ein möglicher, negativer Einfluss auf die Zähne gesehen, weil Getreide "falsch" zwischen den Zähnen zerkleinert werden würden. Dem steht allerdings ihr Einsatz über Jahrhunderte entgegen, ohne das etwas über Zahnprobleme bekannt geworden wäre, die darauf zurückgeführt werden könnten. Ich hoffe, dass die Argumente von Dr. Drescher ansonsten durch die Darstellung von Max Lincke (1943) am Artikelanfang hinreichend widerlegt wurden. Ergänzt sei noch, dass Samen von Süßgräsern wie auch solche von Kräutern ja nach Art fast ganzjährig Kaninchen zur Verfügung stehen und auch genutzt werden. Ich persönlich habe mit der Futtermittelindustrie nichts im Sinn und stelle Kaninchen das Verfügung, was nach meinem Wissen (Erfahrung mit Hauskaninchen, Beobachtung von Wildkaninchen) in typischer Weise zu ihrer Nahrung gehört und bin auf diese Weise mit meinen Argumenten auf der Seite der Tiere. Die Tiere finden auf unserer Wiese Samen in Hülle und Fülle und nutzen diesen auch - ganz so, wie es ihnen beliebt. Man könnte das auch "ad libitum" nennen. Worin ich Dr. Drescher Recht gebe, sind ihre (nicht zitierten) Ausführungen in Bezug auf "Trockenfutter", die schön bunt in verschiedensten Formen daher kommen und nicht deklariert werden - diese sind absolut sinnfrei und es sollte im Sinn der Tiere auf solche verzichtet werden. 

Wie bereits erwähnt, wurde früher sehr viele Untersuchungen durchgeführt, um den optimalen Gehalt von Stärke in Futtermitteln zu ermitteln. Diese Futter waren pelletiert, dass heißt, die Grundstoffe wurden gemahlen, in dünnen Stangen gepresst und auf Länge geschnitten. Diese Futtermitteln liegen also in einer Form vor, die Kaninchen eigentlich nicht kennen und auch nicht fressen, wenn ihnen sinnvolle, natürliche Alternativen zur Verfügung stehen. Mit Pellets werden somit Probleme kreiert, die unnötig sind. Die Kauzeit ist sehr kurz und die Inhaltstoffe liegen in kleinen Partikelgrößen vor. Der Gehalt an Pflanzenfasern wird, um einen bestimmten "Rohfasergehalt" zu erreichen, ohne Rücksicht auf ihren möglichen Einfluss dem theoretischen Bedarf angepasst. Die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen waren oft sehr widersprüchlich und hingen im Wesentlichen ab von:
  • den enthaltenen Pflanzenarten
  • der Art der Pflanzenfasern und ihr Verhältnis zueinander
  • dem Gehalt an Pflanzenfasern, insbesondere dem der schwer-/unverdaulichen
  • dem Stärkegehalt (oder dem anderer löslicher Kohlenhydrate)
  • der Partikelgröße.
Da in nahezu allen pelletierten Futtermitteln Getreide enthalten ist, wurden negative Ergebnisse kurzerhand dem Getreide zugerechnet und somit pauschal auch alle möglichen Darm-, Zahn- und Kiefererkrankungen. Die Hersteller von Heimtierfutter nutzten dieses pauschale "Getreide"-Bashing und boten nun vermehrt sogenannte "grainless"-Futter in den verschiedensten Varianten an (grainless = ohne Körner). Merkwürdigerweise störte es jetzt viele nicht mehr, dass es sich dabei ja auch um Industriefutter handelte, wichtiger war, dass sie "grainless" waren - also ohne Getreide. Die entstandene "Energielücke" im Futter wurde von den Herstellern einfach durch etwas anderes mit viel löslichen Kohlenhydraten ersetzt, in der Regel handelte es sich dabei Gemüsestücke.

Eine Gruselgeschichte handelt vom "verklebten Darm", der durch Getreide verursacht werden würde. Vermutlich wurde diese ominöse Eigenschaft von einem Proteingemisch abgeleitet, welches als "Kleber" bezeichnet wird. Dieses ist dafür verantwortlich, dass aus einigen Getreidesorten Brot gebacken werden kann. Eine andere Bezeichnung für Klebereiweiß ist "Gluten" und manchen Menschen schmerzhaft bekannt, die an einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) leiden. Glutenreiche Getreidsorten sind z. B. Rogggen und Weizen, glutenarme Hafer und Gerste. Eine Unverträglichkeit für Kaninchen wurde bisher für keine der Sorten nachgewiesen.

Ein wesentlicher Nachteil von Getreide ist das Calcium-/Phosphorverhältnis - bei einem niedrigen Calciumgehalt (1,0-1,5 g/kg TS) überwiegt der von Phosphor deutlich (2,5-4,5 g/kg TS). Da es aber nur in geringen Mengen in der Fütterung eingesetzt werden sollte, fällt das bei einer ansonsten arttypischen Nahrung mit Gräsern und Kräutern nicht stärker ins Gewicht.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, das Getreide, bevorzugt Hafer und Gerste, für Kaninchen ein arttypisches Futter darstellt, welches aber auf Grund seines hohen Energiegehaltes nur ergänzend eingesetzt werden sollte. Dies gilt insbesondere für kastrierte Tiere und solche, die in Wohnungen gehalten werden. Als Ergänzung kann es durchaus als Segen betrachtet werden, bei übermäßiger Verfütterung kann es allerdings auch zum Fluch werden. Die Dosis macht's ...

Quellen:
Drescher, B. (2017): Der Unsinn mit den „Snacks“ für Kaninchen und Meerschweinchen. Internet: http://www.birgit-drescher.de/index.html. Unterseite http://www.birgit-drescher.de/kaninchen02.html. Geprüft am 2.9.2017 (Download und Bildschirmfoto beim Verfasser)
Joos, B. (2010): Lokales Wissen über Gesundheit und Krankheit des Viehs in Graubünden. Wien:  Universität für Bodenkultur. Dipl.-arbeit.
Lincke, M. (1943): Das Wildkaninchen. Neudamm: Neumann

Donnerstag, 31. August 2017

Heu und Zahnfehler

In Teil 1 der kurzen Artikelserie über das "retrograde Zahnwachstum" von Kaninchen bin ich auch kurz auf die Kaukraft eingegangen. Inzwischen wurde ich von einer aufmerksamen Leserin dieses Blogs auf einen Artikel mit Dr. E. Böhmer als Co-Autorin hingewiesen, der bereits im Januar diesen Jahres in "Veterinary Science" erschien: "Shape Variation in the Craniomandibular System and Prevalence of Dental Problems in Domestic Rabbits: A Case Study in Evolutionary Veterinary Science".

In dieser Studie wurden Unterschiede zwischen den Schädel- und Kieferformen/-abmessungen von Wild- und Hauskaninchen untersucht. Anhand dieser Vergleiche sollten mögliche Auswirkungen auf den Kauapparat von Hauskaninchen abgeleitet werden. Letztlich sollte eine Erklärung für die hohe Häufigkeit von Zahnproblemen bei Haustierkaninchen aus einer evolutionären Perspektive gefunden werden. Dafür wurden jeweils 12 Wildkaninchen aus Verkehrsunfällen in Süddeutschland und Österreich sowie 12 Hauskaninchen untersucht. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Stichprobe sehr klein sei, aber erklärt, dass es für ein erstes sinnvolles Ergebnis ausreichen würde. Das Geschlecht der Kaninchen war nicht bekannt. Die Rasse der Hauskaninchen war ebenfalls nicht bekannt bzw. wurde nicht angegeben, aber es handelt sich um Kaninchen mit "stehenden" Ohren.

Eine Aussage der Studie auf Basis der Analysen bestand z. B. darin, dass es signifikante Unterschiede in der Schädelform zwischen wilden und häuslichen Kaninchen gibt. Unter Züchtern ist dieses Wissen kein Geheimnis und so gibt es Züchtungen und als deren Ergebnis Kaninchenrassen, die genau dieses eigentlich im Sinn haben. Demonstriert sei das am Beispiel des Wildkaninchens im Vergleich zum Hermelinkaninchen:

Bild 1: Wildkaninchen


Bild 2: Hauskaninchen der Rasse "Hermelin"


Ohne Software, Röntgenbild und Referenzlinien lässt sich zwischen dem Wildkaninchen in Bild 1 rein optisch im Vergleich zum Zuchtkaninchen der Rasse "Hermelin" in Bild 2 mit einfachen Worte folgendes feststellen:
  • die Augen des Wildkaninchens sind deutlich größer
  • die Ohren des Wildkaninchens sind deutlich länger
  • der Kopf des Wildkaninchens ist deutlich "schlanker" bzw. nicht so kompakt
  • die Kopfform des Wildkaninchens ist mehr länglich, die Schnauze/Nase "spitz", beim Hermelin kurz und "stumpf".
Auf Grund der genannten Unterschiede ergeben sich auch solche für die Kieferanatomie. Es liegt also auf der Hand, dass entsprechend der Auswahl von Hauskaninchen offensichtliche Unterschiede in Hinblick auf die Morphologie bestehen. Ob das nun immer von Vorteil ist, sei dahingestellt.

1884 wurde auf einer Ausstellung die Rasse "Hermelin"in England zum ersten Mal gezeigt. Ihre genaue Herkunft ist nicht bekannt und es wird nicht ausgeschlossen, dass sie durch eine Mutation des Erbfaktors für Größenwachstum entstanden ist. In Deutschland eingeführt wurde sie um 1900 und ausgestellt ab 1903. Bekannt ist die Rasse auch unter der Bezeichnung "Polnisches Kaninchen" bzw. "Polish". Das "Normalgewicht" soll laut ZDRK seit Mitte der 1990er Jahre bei > 1,1 bis 1,35 kg liegen. Die Ohren weisen idealerweise eine Länge von ca. 5,5 cm auf. Wildkaninchen wiegen in Deutschland durchschnittlich 1,5 bis 1,8 kg. Friedrich Karl Dorn schrieb 1973 zur Kopfform des Hermelinkaninchens: "Der Kopf steht im Mittelpunkt züchterischen Waltens. Er muß kurz, dabei blockartig-kantig sein. Sowohl die Stirngegend als auch die Nasenpartie werden möglichst breit gewünscht. Der Züchter nennt diese Form humorvoll "Froschmaul". Die stark ausgeprägten Backen sollen an "Hamsterbacken" erinnern."

So verwundert es also nicht, dass von Böhmer & Böhmer im Jahr 2017 konstatiert wurde, dass als ein Ergebnis der Analyse eine mehr quadratische Schädelform bei den untersuchten Hauskaninchen im Gegensatz zu Wildkaninchen ermittelt wurde, die eher über einen langen und flachen Schädel verfügten. Es wurde im Prinzip mit einem sehr hohen Aufwand das Erreichen des Zuchtziels für verschiedene Rassekaninchen bestätigt.

Als ein weiterer, "interessanter" Fakt wurde festgestellt, dass das Gebiss selbst eine relativ unveränderliche Einheit bilde, die von der Zucht für einen kürzeren Schädel ("Niedlichkeit") oder der Entwicklung zu einem kürzeren Schädel nicht wesentlich betroffen sei. Trotz signifikanter Unterschiede in der Form des Schädels zwischen Wild- und Hauskaninchen war die morphologische Konfiguration der Zähne in allen Proben sehr ähnlich.

Doch zurück zu den Kaukräften bzw. Kieferbelastungen, auf die ich, wie bereits erwähnt, kurz in Teil 1 eingegangen bin und in dem ich anhand einer Studie von Weijs & Dantuma (1981) gezeigt habe, dass die höchsten Belastungen eigentlich beim Kauen von Heu auftreten (im Vergleich zu Pellets und Karotten). In Verbindung mit sehr langen Kauzeiten sind diese hohen Kräfte also langfristig bei diesem "Futter" gegeben und es müsste eigentlich deshalb vor Heu gewarnt werden.

In ihrem Buch "Warum leiden Hauskaninchen so häufig an Gebiss- und Verdauungsproblemen" schrieb E. Böhmer (2014): "Bei guter Qualität ist Heu ein relativ artenreiches Raufutter, das als Alleinnahrung ausreicht, den Organismus langfristig mit allen benötigten Nährstoffen zu versorgen (Erhaltungsbedarf). Gleichwohl erscheint uns Heu im Vergleich zu frischem Wiesenfutter eher verhältnismäßig eintönig zu sein. Wählt man jedoch immer wieder leicht variierend und kombinierend zwischen diversen Heuarten mit einem hohen und vor allem für das Individuum geeigneten Nährstoffangebot, so lässt sich auch mit Heu vielfältiger bzw. abwechslungsreicher füttern. Allerdings müssen die Tiere stets verhältnismäßig große Mengen fressen, um sich ausreichend mit Energie- und Baustoffen zu versorgen, da Heu einen sehr hohen Strukturfaseranteil aufweist.".

Eher am Rande sei noch erwähnt, dass in einer Vorlesungsunterlage der LMU (2010) zur Ernährung von Herbivoren darauf verwiesen wurde, dass das wichtigste Element darin "Heu, Heu und noch mal Heu" sowie Frischfutter sei. Das "Grundnahrungsmittel Heu" sei wichtig für den Zahnabrieb, den Vorschub der Nahrung und die Bakterienflora.

Kurzer Szenenwechsel: ein Autorenkollektiv um Matthew J. Ravosa (2007, 2015) beschäftigte sich ebenfalls mit den Kauaktivitäten und Kaukräften von Kaninchen sowie dem Futter (Heu, Pellets, Karotten). Die Werte der Futtereigenschaften sind in der folgenden Tabelle aufgeführt und wurden um weitere aus der Literatur ergänzt.

Tabelle 1: Werte für Scherbelastungen im Kiefer und physikalische Werte für verschiedene Futtermittel

¹Ravosa, et al., 2015 & Weijs & De Jongh (1977); ²Agrawal et al., 1996; ³Boac, et al., 2010 (Mittelwerte); ⁴Tyree, et al., 1978

Die gemessene Scherbelastung im Kiefer beim Kauen war in Untersuchungen von Weijs & De Jongh (1977) mit Heu am höchsten, gefolgt von Pellets und Karotten, was sich mit den Ergebnissen von Weijs & Dantuma (1981) für die aufgewandte Kiefermuskelkraft und Kieferknochenbelastung deckt. Die physikalischen Werte für die anderen Futtermittel, insbesondere der Getreidekörner wurden mit in die Tabelle aufgenommen, um zu zeigen, wie diese einzuordnen sind. Aus den eigenen Versuchen leiteten Ravosa et al., (2015) ab, dass die Kauarbeit/-energie mit dem Elsatizitätsmodul E (E-Modul) des jeweiligen Futtermittels zusammenhängt (korreliert) und nicht mit der Härte (Toughness). Das heißt, dass die höchsten Belastungen auf Zähne und Kieferknochen mit einem Futter verbunden sind, welches ein hohes E-Modul bzw. eine hohe Festigkeit aufweist. Aus der Tabelle lässt sich mühelos nachvollziehen, dass trockenes Heu die höchsten Belastungswerte hervorruft, gefolgt von nassem Heu, Pellets, Hafer- und Gerstenkörnern, Karotten sowie Rübstielen und Kohlrüben. Für Laub ist eine Aussage schwierig, weil der E-Modul vom Wassergehalt der Nahrung abhängig ist - grob vereinfacht, bedeutet ein höherer Wassergehalt eine geringere Festigkeit bzw. ein geringeres E-Modul (siehe auch Unterschied zwischen trockenem und nassem Heu). 

In Teil 1 wurden auch die Kauzeiten für verschiedene Futtermittel angegeben. Wenn man für ein Tier mit einer Körpermasse von 2 kg den Verzehr von 80 g Trockenmasse pro Tag annimmt, ergäbe das mit dem höchsten Wert für Heu eine Futteraufnahmezeit von 24 Stunden. Das heißt, das Tier hätte nicht einmal die Zeit zum Schlafen. Für Gras betrüge die maximale Zeit 12 Stunden, für Pellets 2 Stunden.

Das Problem verschärft sich dadurch, dass Heu im Vergleich zur arttypischen Nahrung (vorwiegend frische Gräser und Kräuter bzw. deren Blattspitzen) weniger Nährstoffe enthält. So wenig, dass damit ein jeweiliger Bedarf an Aminosäuren, Fettsäuren etc. nicht befriedigt werden kann. Das bedeutet, dass zwar die Zähne und Kiefer mit Heu übermäßig hoch und lange Zeit belastet werden, aber gleichzeitig die Nährstoffe darin fehlen, um den Zahnhalteapparat gesund zu erhalten. Man nennt das auch einen "Teufelskreis", in den ein Kaninchen mit der "Grundnahrung Heu" gerät.

Zurück zum Artikel von Böhmer, et al. (2017).  Dort wurde jetzt u. a. folgendes festgestellt: "Previous studies confirm that the shorter skull morphology seems to be a long-term adaptation to the increased stress on the dentition due to feeding a diet consisting predominantly of harder particles than that found in the wild (pellets, hay, carrots). Instead of performing lateral gliding jaw movements which grind the hypselodont cheek teeth optimally in the long term, the more resistant food particles (stiff hay, pellets and carrots) are predominantly crushed between the teeth which requires stronger hinge movements (raising and lowering the jaw). Consequently, the cheek teeth have to withstand a higher masticatory pressure which also causes abnormal stress to the nearby bone with all its consequences (retrograde tooth elongation which is the most common finding in pet rabbits with a beginning or far advanced malocclusion. Based on this knowledge, the diet of pet rabbits has to be strictly reconsidered as this has been already recommended by Böhmer (2014). A more natural nutrition of domestic rabbits appears to be all the more important because the present results show that, even in rabbits with a primarily healthy dentition, all cheek teeth already show an elongated clinical crown which makes the teeth much more susceptible to an abnormal axial load with secondary bending or shifting forces. All these facts strengthen the importance to offer pet rabbits an adequate close-to-nature nutrition throughout the whole life and especially beginning early parallel to weaning (phase of increased phenotypic plasticity) that ensures a normal strain on the teeth by promoting physiological lateral gliding movements and avoiding direct axial load. [...] In rabbits, hay and pellets resulted in greater jaw-muscle activity and higher mandibular strain, compared to the ingestion of carrots. Hay seems to be the most mechanically challenging food as it is tougher and stiffer than pellets and carrots. It requires more chews per gram to be processed which results in longer chewing bouts compared to pellets and carrots. This means that over a longer period of time the teeth are predominantly axially loaded due to the elevated bite force. If we take into consideration that hay with a lot of hard stems has reduced nutritive properties and potential limits on digestibility, then rabbits eating predominantly hay need to consume large quantities to meet basic metabolic and nutritional demands. All of this promotes retrograde tooth elongation and incursion of the apices into the adjacent bone (most common finding in malocclusions). Furthermore, hay also promotes periodontal diseases (impacted food) and, therefore is not the best nutrition for rabbits. Grasses and other fresh plants, however, are abrasive, but relatively soft and, thus, can be ground down with relatively low axial load of the cheek teeth as the primary strain on the (pre-) molars occurs in a more physiological laterorostral direction with the aid of the shearing power stroke." (Hervorhebung durch A. Rühle).

Zusammengefasst wird in dem Zitat festgestellt, dass frühere Studien bestätigen würden, dass eine veränderte Schädelform bei Hauskaninchen (hoch und kurz) im Vergleich zu Wildkaninchen eine Anpassung an das Futter wie Heu, Pellets und Karotten mit härteren Teilchen sei, die es  in der Wildkaninchennahrung nicht gäbe. Dadurch sind mehr axiale Kaubewegungen (auf und ab) als seitliche erforderlich, was zu einer höheren Belastung der Zähne und Kieferknochen führe und letztlich eine "retrograde Verlängerung der Zähne" unterstützt. Mit Heu wären wegen langer Stängel, geringeren Nährstoffgehalten und einer begrenzten Verdaulichkeit größere Mengen erforderlich, um Nährstoffbedarfe zu erfüllen. Außerdem würde Heu durch das Einklemmen "sperriger Partikel" zwischen den Backenzähnen Erkrankungen des Zahnapparates fördern, weshalb es nicht die beste Nahrung für Kaninchen wäre.

Die These, dass Hauskaninchen auf Grund des Futters veränderte Kopfformen aufweisen, halte ich für sehr gewagt. Wie bereits beschrieben, werden Pellets in Deutschland erst seit den 1950er Jahren eingesetzt und kein Züchter käme auf die Idee, seine Tiere mit Heu als Hauptfutter zu ernähren. Zuchttiere sind wertvoll und landen, entgegen der landläufigen Meinung mancher Personengruppen, nicht ständig im Kochtopf. Gerade früher war bei vielen Züchtern und Haltern eine grünlastige Fütterung verbreitet.

In dem Textausschnitt zitiert sich Dr. Böhmer aus ihrem Buch aus dem Jahr 2014. Dort kann man unter anderem folgendes lesen: "Kaninchen können sowohl im Sommer als auch im Winter mit Heu als Hauptbestandteil der Nahrung (ca. 75%) gefüttert werden." (S. 174). An anderer Stelle wird geschrieben: "Heu reicht also für den Erhaltungsbedarf aus, doch lassen sich Kaninchen mit einer überwiegenden Heufütterung nicht wirtschaftlich züchten oder gar mästen, denn diese „Leistung" ist mit einem höheren Nährstoffbedarf verbunden. Aus diesem Grund wurde mit Beginn der Intensivierung der Kaninchenhaltung die Verfütterung energiereicherer Misch- bzw. Kraftfutter eingeführt." (S. 175). Das es wirtschaftliche Gründe für die Einführung von einheitlichen, industriellen Futtermitteln gab ist wohl wahr, aber die "Leistungen" sollten Masttiere auch schon früher erbringen. Gründe für die Einführung waren eine leichtere Handhabung, Dosierung und Lagerung, der einheitliche Nährstoffgehalt und logistische Vorteile, weil man kein "Wasser" mittransportieren muss (verringertes Volumen der Ladung). Als letztes Beispiel sei folgende Empfehlung für eine "kaninchengerechte Fütterung"genannt: "In der Vegetationsphase (April bis Oktober): Gras und Wiesenkräuter als Hauptfutter (Wasserbedarf wird damit fast gedeckt), ggf. diverse Blätter, Zweige und wenig Gemüse als Ergänzungsfutter" (S. 138). Diese Empfehlung finde ich persönlich gut, allerdings lässt eben die Widersprüchlichkeit zu den anderen Zitaten dem Halter die relativ sorgenlose Freiheit, dass Heu als Hauptfutter auch reichen würde.

Fakt ist aber, dass Heu ein Futtermittel ist, dessen Nährstoffgehalt unbekannt ist - es wird in aller Regel nicht deklariert. In Verbindung mit der kritischen Zahn- und Kieferbelastung sollte es immer vorrangig als Beschäftigungsmöglichkeit für Kaninchen gesehen werden, aber nicht als Nährstofflieferant oder Haupt-/Grundfutter. In meinem Buch "Kaninchen würden Wiese kaufen" habe ich den Spruch: "Heu ist das Brot der Kaninchen" umgewandelt in "Heu ist das Knäckebrot der Kaninchen", weil ihm einer der wichtigsten Nährstoffe fehlt: das Wasser. Das ist dann aber wieder ein anderes Thema.

Auffällig ist, dass in dem Artikel von Böhmer & Böhmer (2017) nicht auf Nährstoffe und die Zahn- und Knochensubstanz eingegangen wird. Die These(n) beschränken sich allein auf physikalische und evolutionäre Erklärungsversuche. Letztere sind sowieso fragwürdig, weil sich Zahnprobleme bei Hauskaninchen erst seit den letzten zwei Jahrzehnten häufen.

In einer älteren Arbeit von Müller (1919) wurden morphologische Untersuchungen an gleich schweren Wild- und Hauskaninchen u. a. mit den folgenden Ergebnissen durchgeführt: "Das Herzgewicht erwies sich als durchschnittlich 37,5% höher beim Wildkaninchen. Was die Körpermuskulatur angeht, insbesondere die vorwiegend tätigen Gliedmaßenmuskeln, so war hier in der Regel ein Mehr an der Muskelmasse festzustellen in den Grenzen von 3-18%. [...] Das lufttrockene, macerierte Skelet beteiligte sich mit 5,3% am Lebendgewicht, beim Hauskaninchen mit nur 4,3%. Die mechanisch gereinigten Knochen der Gliedmaßen zeigten sich um 6-13% im Gewicht denen des Hanskaninchens überlegen. Das Femur, das als einziger Knochen daraufhin untersucht wurde, wies beim Wildkaninchen mehr anorganische Bestandteile auf, ein Zeichen, daß beim Wildtier ein erhöhter Festigkeitsgrad verlangt wird.[...]". Die Festigkeitsunterschiede der Knochen, die beispielhaft am Oberschenkel (Femur) ermittelt wurden, können auf Haltungsbedingungen (mangelnde Bewegung, fehlende UV-Strahlung), auf die Fütterung und Kastration von Hauskaninchen zurückgeführt werden. In keiner der vorgenannten Studien wurde die Knochendichte (Bone Mineral Density, BMD) insbesonders der Kieferknochen der Tiere ermittelt.

Quellen:
  • Agrawal, K. R.; Lucas, P. W.; Prinz, J. F.; Bruce, I. C. (1996): Mechanical properties of foods responsible for resting food breakdown in the human mouth. Archs oral Biol. Vol. 42, No. 1, pp. 1-9
  • Boac, J. M.; Casada, M. E.; Maghirang, R. G.; Herner III, J. P. (2010): Material and interaction properties of selected grains and oilseeds for modeling discrete particles. Transactions of the ASABE. Vol. 53(4): 1201-1216
  • Böhmer, E. (2014): Warum leiden Hauskaninchen so häufig an Gebiss- und Verdauungsproblemen? curoxray. ISBN 9783000450396
  • Böhmer, C.; Böhmer, E. (2017): Shape Variation in the Craniomandibular System and Prevalence of Dental Problems in Domestic Rabbits: A Case Study in Evolutionary Veterinary Science. Vet. Sci. 2017, 4.1,  5; doi:10.3390/vetsci4010005 (Open access, Zugriff am 19.8.2017)
  • Müller, E. (1919): Vergleichende Untersuchungen an Haus- Wildkaninchen. Dissertation. Berlin : Zool. Inst. der Königl. Landwirtsch. Hochschule. Dissertation
  • Ravosa, M. J.; Kunwar, R.; Stock, S. R.; Stack, M. S. (2007): Pushing the limit: masticatory stress and adaptive plasticity in mammalian craniomandibular joints. The Journal of Experimental Biology 210, 628-641
  • Ravosa, M. J.; Scott, J. E.; McAbee, K. R.; Veit, A. J.; Fling, A. L. (2015): Chewed out: an experimental link between food material properties and repetitive loading of the masticatory apparatus in mammals. PeerJ 3:e1345; DOI 10.7717/peerj.1345
  • Tyree, M. T.; Cheung, Y. N. S.; MacGregor, M. E.; Talbot, A. J. B. (1978): The characteristics of seasonal and ontogenetic changes in the tissue - water relations of Acer, Populus, Tsuga, and Picea. Can. J. Bot. 56: 635-647
  • Weijs, W. A.; De Jongh, H. J. (1977): Strain in mandibular alveolar bone during mastication in the rabbit. Archives of Oral Biology 22:667–675
  • Weijs, W. A.; Dantuma, R. (1981): Functional anatomy of the masticatory apparatus in the rabbit (Oryctolagus cuniculus L.). Netherlands Journal of Zoology 31.1: 99-147.
  • Williams, S. H.; Wright, B. W.; Van den Truong, C. R. D.; Vinyard, C. J. (2005): Mechanical properties of foods used in experimental studies of primate masticatory function. American journal of primatology 67.3: 329-346.

Donnerstag, 10. August 2017

Die Kastration weiblicher Kaninchen

Vor kurzem wurde von einem Tierarzt ein Beitrag zur Kastration weiblicher Kaninchen veröffentlicht. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und kurz auf dieses Thema eingehen.

Wildkaninchen werden in der Natur bis zu 7 Jahre alt. In ihrem Leben durchlaufen sie verschiedene Lebensphasen: Wachstum, Fortpflanzung und Altern. Diese sind immer verbunden mit bestimmten Positionen der einzelnen Tiere in der Gruppe. Diese Positionen besteht hierarchisch jeweils unter den Rammlern und den Häsinnen. Die Rammler sind prinzipiell mit der Gruppenordnung und Revierverteidigung beschäftigt, Häsinnen ab ihrer Geschlechtsreife mit der Geburt von Jungen. In der Regel bringen sie im Laufe des Jahres 3-5 Würfe zur Welt. Außerdem sind hauptsächlich sie es, die Baue anlegen und diese als „Brutplätze“ gegen andere Weibchen verteidigen. Rangniedere Weibchen werden oft erst zum Ende der Hauptfortpflanzungszeit (Frühjahr/Sommer) trächtig und nutzen überwiegend eigene, vom Hauptbau entfernte Baue bzw. Röhren, um dort ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen.

Während Häsinnen einen Wurf säugen, sind sie oft schon wieder trächtig. Aus diesem Grund werden die Jungtiere eines Wurfes zum Ende der Säugezeit (ca. 21 Tage) von der Mutter attackiert und vertrieben. Zum einen aus Selbstschutz, um nicht zu viel Substanz zu verlieren und zum anderen, um den nächsten Wurf wieder versorgen zu können.

Fremde Tiere haben es sehr schwer, in eine Gruppe integriert zu werden. Das gelingt erst nach sehr langer Zeit.  Es hängt u. a. von der Gruppenzusammensetzung ab und wie schnell es ihnen gelingt, den „Geruch der Gruppe“ anzunehmen. Das ist der Faktor, der für den sozialen Zusammenhalt einer Gruppe am wichtigsten ist.

Rammler sind gegenüber Jungtieren zurückhaltend und „höflich“. Besonders das höchste, männliche Tier sorgt immer wieder dafür, dass alle Tiere der Gruppe mit seinem Geruch versehen werden. Dafür sorgt er mit Sekreten der Kinn- und Leistendrüsen. Um letzteren den Tieren "seiner" Gruppe zu verleihen, werden auch Jungtiere öfters „beritten“, was in der Regel als sexuelles Verhalten verstanden wird, aber nicht ist. Durch dieses Verhalten werden Tiere mit dem Sekret der Leistendrüsen versehen.

"Verhaltensauffälligkeiten" bei Kaninchen sind in der Regel nichts weiter als völlig normale Verhaltensweisen, egal in welcher Form. Aggressionen können ausgelöst werden durch Schmerzen, Angst oder Artgenossen, die man "nicht riechen kann". Diese Verhaltensweisen "weg zu operieren" ist gesetzlich und auch ethisch unzulässig.

Weibliche Hauskaninchen sind nach der Geschlechtsreife häufig aggressiv, auch wenn kein Nachwuchs vorhanden ist. Vor allem gegenüber anderen, weiblichen Tieren. Sie wissen ja nicht, dass sie nie Nachwuchs bekommen können. Scheinträchtigkeiten entwickeln sich oft schon durch das Berühren/Streicheln. Auf diese Weise werden zwar Eizellen freigesetzt, aber eben nicht befruchtet. Für die Häsin macht das erst einmal keinen Unterschied und das äußert sich auch im Verhalten.

Das Tierschutzgesetz lässt Amputationen bei Kaninchen eigentlich nur in 3 Fällen zu:
  • Zur Vermeidung ungewollten Nachwuchses. Das ist in der Regel dadurch gegeben, dass Rammler pauschal kastriert werden
  • Wenn Schäden für das Tier oder andere Tiere absehbar bzw. wahrscheinlich sind
  • Nach tierärztlicher Indikation.

Wenn ein Weibchen immer wieder scheinträchtig wird, die Milchleiste anschwillt und öfters "Nester" gebaut werden, wäre der Fall gegeben, über eine Kastration nachzudenken. Wenn ein Tier andere Tiere verletzt, muss die Haltung geändert oder das Tier abgegeben werden. Das wäre kein Fall für einen Tierarzt. Eine tierärztliche Indikation ist gegeben, wenn durch entsprechende Untersuchungen festgestellt wird, dass eine Kastration unumgänglich ist. Das kann zum Beispiel durch Ultraschall erfolgen. Eine bloße Veränderung einer Gebärmutter bedeutet nicht, dass ihre Entfernung nötig wäre. Vor allem muss, wie bereits erwähnt, darüber nachgedacht werden, ob eine Änderung der Haltung erfolgen sollte.

Was bei Veröffentlichungen zu diesem Thema auffällt ist, dass immer nur Vorteile einer Kastration aufgezählt werden – nie die möglichen Nachteile. Für Kaninchen dürften die zum Teil verheerend sein. Gründe dafür sind z. B. der Knochenstoffwechsel, ständig nachwachsende Zähne sowie die Anatomie der Kiefer. Zu einer meist mangelhaften Ernährung kommt durch die Kastration noch die Störung der Hormonproduktion. Vor allem bei Weibchen führt die verringerte Bildung von Östrogen, welches eigentlich die Aktivität der Osteoklasten hemmt, zu einem Abbau der Knochen-/Zahnsubstanz.

Dazu sei beispielhaft ein Zitat aus meinem Buch "Das Kaninchen - Nahrung und Gesundheit" aufgeführt: "Von (Cao, et al., 2001) wurde die Kieferknochendichte erwachsener weiblicher Tiere untersucht, die kastriert wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass der Verlust von mineralisierter Knochenmasse nach 4 Wochen auftrat und 12 Wochen nach der Ovariektomie in den Mandibeln (Unterkieferknochen) der Kaninchen signifikant war. Insbesondere betroffen war die trabekuläre Knochendichte. Dabei handelt es sich um den schwammartigen Innenraum der Knochen (Spongiosa), der aus kleinen Bälkchen, die aus Knochengewebe bestehen, aufgebaut ist. Die Knochendichte in diesem Bereich betrug bei den kastrierten Tieren nur noch 57-59% der Knochendichte der Kontrollgruppe. Die Spongiosa ist wichtig für die Knochenneubildung und Blutbildung. Außerdem leitet sie auftretende Kräfte, die während des Kauens auftreten, in den festen Bereich (Kompakta), der den Knochen umgibt, ab (Rühle, 2017)."

Die Knochendichte, die auch ein Maß für die Kompaktheit, also die Festigkeit der Kiefersubstanz darstellt, betrug nur noch fast die Hälfte im Vergleich zu den Weibchen, die nicht kastriert waren. Und das bereits nach 12 Wochen.

In Facebook wurde kürzlich über ein sogenanntes "retrogades Wachstum" der Zähne berichtet, welches in dem Buch der Tierärztin Dr. Böhmer (2014) thematisiert wurde. Ich werde in einem anderen Beitrag noch darauf eingehen, aber es sei bereits erwähnt, dass in der Kastration eine mögliche Ursache für ein zu tiefes Eindringen von Zahnwurzeln in den Kiefer liegen kann. Auch andere Zahn- und Kiefererkrankungen lassen sich mit einer solchen Amputation erklären.

Mit einer Kastration weiblicher Tiere, die eventuell unnötig ist, kann man ihnen schweren Schaden zufügen. Tierärzte schreiben häufig aus ihrer Sicht über Gebärmutterveränderungen und Erkrankungen und stellen fest, dass diese sehr häufig seien. Daraus wird eine Befürwortung von pauschalen Kastrationen abgeleitet. Aus meiner Sicht ist es irrelevant, wenn ein Tierarzt von seiner Patientenmenge auf eine Gesamtheit verallgemeinern möchte. Er bekommt in der Regel nur „geschädigte“ Tiere zu sehen. Niemand bringt all die gesunden Tiere zu einem Tierarzt. Vor allem auch im Zusammenhang mit der Massentierhaltung ist „Ethik“ immer noch ein Thema, welches eher am Rand behandelt wird. Aus meiner Sicht sind Empfehlungen zu "Pauschal-Operationen" ebenfalls ein Thema, welches aus ethischer Sicht kritisch zu sehen ist. Tierärzte für Heimtiere sollten hier verantwortungsvoller sein und Entscheidungen treffen, die das Individuum betreffen und keine pauschalen Empfehlungen bezüglich von Kastrationen treffen. Gänzlich abzulehnen sind sogenannte "Frühkastrationen" vor dem Erreichen der Geschlechtsreife.

Quellen:

Böhmer, E., 2014. Warum leiden Hauskaninchen so häufig an Gebiss- und Verdauungsproblemen? curoxray. ISBN 9783000450396
Cao, T., et al. 2001. Bone mineral density in mandibles of ovariectomized rabbits. Clin Oral Implants Res. 2001, Bd. 12, 6, S. 604-608.
Rühle, A., 2017. Das Kaninchen – Nahrung und Gesundheit. Norderstedt : BoD. ISBN: 9-783743-117990

Mittwoch, 2. August 2017

Noch ein Blog ...

Es gibt mittlerweile Blogs zu den verschiedensten Themen wie Sand am Meer. Also warum jetzt dieser hier? 2009 ging die Webseite "Kaninchen würden Wiese kaufen" an den Start. Sie enthält ganz verschiedene Informationen über Kaninchen der Art "Oryctolagus cuniculus" - sowohl wilde als auch demostizierte. 

Jedes Mal, wenn ich auf den Webseiten etwas ergänzen oder verändern möchte, muss ich die Software öffnen und dort die Inhalte bearbeiten. Beim letzten Software-Update gingen Formatierungen verloren und es bedeutete eine Heidenarbeit, alles wieder einigermaßen ansehnlich hinzubekommen. Ein Blog dagegen lässt sich von jedem Rechner aus unabhängig von einer Software bearbeiten. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Webseite auf ein Minimum beschränken. Einige Inhalte werde ich überarbeiten und als Blogartikel veröffentlichen, andere Informationen werden in "Wikikanin" integriert. 

Für Besucher der Webseite wird sich nicht viel ändern, wichtige Inhalte werden verlinkt. Sie sind halt nur an verschiedenen Orten abgelegt. Es wird nach wie vor keine Bezahlschranke geben. 

Auf diese Weise möchte ich mehr Informationen bieten, die schnell und unkompliziert veröffentlicht werden können. Kurz: ich möchte mir die Arbeit etwas einfacher machen ...

Ich wünsche allen Besuchern der Seiten alles Gute und viel Spaß beim Lesen. Möge die Inhalte vor allem den Tieren zum Vorteil gereichen.

Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Rühle

Gernsbach, 2.8.2017

Artikel

Qualität und Quantität (2)